Ein einzigartiger Gasthof

Bei dem Gasthof handelt es sich um ein hochinteressantes und historisch außerordentlich wertvolles Anwesen das aus einem Hauptgebäude, einer Scheune, einem Laubengang, einem „patrizierähnlichen“ Innenhof, alten Gewölbekellern sowie einem für die Innenstadt recht großen und „versteckten“ Grundstück besteht. Mehr über die Geschichte des Gasthofes erfahrt Ihr hier.

Drohnenbild mit Modell der geplanten Neuerungen im Innenhof

Noch in den 1970-er Jahren war die Gaststätte als Trink- und Kartlstube sehr beliebt, es bestand jedoch damals bereits ein erheblicher Sanierungsstau. Über die letzten 50 Jahre wurden dann kaum mehr Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Zuletzt wurde in den 1990-er Jahren eine Notsanierung der Scheune veranlasst, um das Eindringen von Wasser aufzuhalten.

Die Gebäude sind nun in einem Zustand, in dem der Innenbereich an mehreren Stellen der Witterung schutzlos ausgesetzt ist. Zudem gibt es erhebliche Probleme mit der Statik, aufgrund derer sich einige der tragenden Stützbalken bereits stark verformt haben. Der Laubengang hat sich auf einer Seite herabgesenkt und steht nun schief zwischen den beiden anderen Gebäuden.
Unsachgemäße Änderungen im Laufe der Zeit, wie etwa das Einfüllen von Lehm in Bohlendecken, die diesem zusätzlichen Gewicht nicht gewachsen waren, haben die altersbedingten Schäden weiter verschärft.

Denkmalsanierung, richtig gemacht

Wir als Eigentümer haben es uns zur Aufgabe gemacht, dieses wunderschöne Anwesen mit seinem markanten Fledermausgauben zu retten!
Unserer Meinung nach wäre es allerdings nicht sinnvoll, bei dieser Rettung auf minderwertige Qualität zu setzen – dadurch würde man den Gebäuden allenfalls ein klein wenig Zeit gewinnen und im schlimmsten Fall sogar die historische Substanz beschädigen. Wir beabsichtigen daher, die Sanierung nach allen Regeln der Denkmalpflege in höchster Qualität und ohne Abkürzungen durchzuführen.

Der erste Bauabschnitt, der das Hauptgebäude, den Laubengang, den Innenhof und den Keller umfasst, wird knapp zwei Jahre dauern. Danach stehen Scheune und Grundstück im zweiten Bauabschnitt an.

Während dieser Zeit könnt Ihr hier (und auf Instagram) live mit dabei sein und Euch über den Fortschritt stets auf dem Laufenden halten.

Nachhaltigkeit

Denkmalsanierung ist umweltfreundlich, da es in der Regel stets nachhaltiger ist, ein bestehendes Gebäude zu sanieren anstatt es abzureißen, den Schutt zu entsorgen, neues Baumaterial herzustellen und heranzubringen und dann komplett neu mit dem Bau zu beginnen. Energetisch wird man zwar nicht die gleichen Ergebnisse wie bei einem Neubau erreichen, doch beim Einsatz von erneuerbarer Energie ist dies weniger problematisch. Die erst im Juli 2023 in Bayern eingeführte Änderung des Denkmalschutzgesetztes erleichtert den Einsatz regenerativer Energieformen.

Wir planen sowohl den Einsatz von Geothermie und, falls möglich, auch Photovoltaik (Solar-Biberschwanzziegel) in nicht gut einsehbaren Dachbereichen.
Durch den Einsatz von Geothermie wird nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Verringerung von Treibhausemissionen geleistet, sondern es können langfristig auch Kosten gespart werden. Zudem kann das System nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen genutzt werden – fast ohne Energieaufwand. Dies werden unsere Gäste an immer heißer werdenden Tagen zu schätzen wissen.
Die Nutzung dieser Energieformen ist im Vorfeld erwartungsgemäß mit höheren Kosten verbunden, doch auch hier muss langfristig gedacht werden. Auch wenn sich beim Denkmal diese Investition erst nach 20 (statt wie üblich nach fünf bis sieben) Jahren rechnen sollte, so ist dies immer noch besser als „rechnet sich nie“.

Das verwilderte Grundstück wird nicht nur einen wunderschönen Garten beherbergen, sondern auch bis zu acht 80-Meter Geothermie-Erdsonden


Kosten und Zuschüsse

Mehr zum Thema Geld. Dies ist nicht unser erstes Denkmal-Bauprojekt in Rothenburg, und auch mit dem Gastgewerbe sind wir gut vertraut (> Edelzimmer). Die Partner, mit denen wir zusammenarbeiten, sind alle Meister ihres Fachs. Doch außer Erfahrung und Motivation muß noch etwas anders mitgebracht werden: Kapital. Die speziellen Sanierungsmethoden und hochqualitativen Materialien liegen im höheren Kostenbereich. Es wird teuer werden – die Gesamtkosten des Projektes wurden mit rund 3,6 Millionen Euro veranschlagt.

Die Stadt Rothenburg ob der Tauber sowie die Regierung von Mittelfranken haben sich für das Projekt ausgesprochen und werden die ungewöhnlich hohen Sanierungskosten mit einem Zuschuß im Rahmen der Städtebauförderung wesentlich unterstützen. Weitere Zuschüsse wurden bei mehreren anderen Förderinstituten beantragt, wie etwa dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Sollten alle Förderanträge positiv beschieden werden, so werden die Zuschüsse zusammen ein knappes Drittel der Gesamtkosten abdecken. Die verbleibenden Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro sind mehr, als das Anwesen nach seiner Sanierung vermutlich wert sein wird.

Motivation

Was motiviert uns dazu, jahrelange Arbeit in ein Projekt zu investieren, das aller Voraussicht nach ein finanzielles Verlustgeschäft werden wird? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt, und unsere Antwort lautet stets: Gewinnmaximierung ist hier nicht das Ziel – dies ist ein Liebhaberprojekt.

Das Anwesen stellt nicht nur einen noch originalen Teil der interessanten Geschichte Rothenburgs in diesem Stadtviertel dar, sondern bietet aufgrund seiner Lage, seiner Größe, seines geräumigen Innenhofes und Grundstückes, sowie seines einzigartigen Charmes ein ungenutztes Potenzial, welches nur darauf wartet, wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

Da wir selbst in der Klingengasse wohnen, kommen wir täglich an dem Anwesen vorbei und möchten nicht dabei zusehen müssen, wie die Gebäude langsam weiter verfallen und dieser Teil der Stadtgeschichte schließlich unwiderbringlich verloren geht.

Ein Gewinn für die ganze Stadt

Durch die Wiederinbetriebnahme des Gasthofes werden rund 16 Arbeitsplätze entstehen. Auf der Liste stehen ein Küchenchef und Küchenpersonal, Servicekräfte zur Bedienung und Thekenbetreuung, Reinigungskräfte, Rezeptionisten, ein Hausmeister, Büroangestellte und ein Hotelmanager. Wer Interesse hat, kann sich jetzt schon bewerben (alle Stellen m/w/d). Es werden Traumjobs in der schönsten Stadt Deutschlands mit besten Arbeitsbedingungen und überdurchschnittlicher Kompensation in einem freundlichen Team sein.

Neben einem neuen Strom an Gewerbesteuern werden zukünftig auch Fremdenverkehrsbeiträge an die Stadt fließen, wodurch die in Aussicht gestellten Fördermittel nach einigen Jahren vollständig in die Stadtkasse zurückkommen werden. Diese Förderung stellt dadurch, anders als in vielen anderen Fällen, keine Einbahnstraße dar sondern ist eine Investition in die Zukunft.

Doch Zahlen beiseite – allein die Rettung des geschichtsträchtigen Anwesens und die damit verbundene Verschönerung des Stadtbildes stellt für eine Stadt, die vom historischen Ambiente lebt, einen großen Gewinn dar. Und nicht zuletzt gibt es dann ein Restaurant mehr, in dem sich Bewohner wie auch Besucher der Stadt hochwertigste Speisen gönnen können. Das Restaurant wird etwas Besonderes werden – mehr möchten wir dazu noch nicht verraten.

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