Auf dieser Seite halten wir Euch über die aktuelle Situation auf dem Laufenden – das Neueste steht immer ganz oben.

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Neueste Updates

Die Sanierung ist in vollem Gange und es tut sich ständig etwas. Allerdings ist es Aufwand, stets zwei Stellen aktualisiert zu halten.
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Anfang 2024

Etwa acht Monate nach dem ersten Gutachten ist endlich das zweite Schallschutzgutachten verfügbar, welches von der Stadt leider erst nach monatelanger Verspätung in Auftrag gegeben wurde. Ergebnis: alle Punkte des ersten Gutachtens werden bestätigt; Geräusche, die sich aus dem Betrieb ergeben werden, bleiben zu allen Tageszeiten selbst bei voller Auslastung und zusätzlich angenommen, hypothetischen Lärmquellen unter den strengen Richtlinien des Wohngebietes.
In der folgenden Sitzung des Bauausschusses wird unser Bauantrag ohne Gegenstimme genehmigt, und im April haben wir die Baugenehmigung nach jahrelanger Verzögerung endlich in der Hand!

Alles gut? Leider nein. Die nächste böse Überraschung erwartet uns beim Lesen des Bescheides: zwar wurde allen Antragspunkten stattgegeben, doch die Kostenfestetzung ist völlig überzogen und es gibt Auflagen, mit denen trotz umfangreicher Vorgespräche mit der Bauverwaltung niemand von uns gerechnet hatte.
Versuche, die strittigen Punkte gütlich unter Vorlage von einschlägigen Dokumenten zu klären, werden von der Bauverwaltung abgelehnt, ohne dass auf unsere Argumente eingegangen wird. Zugesagte Rückrufe erfolgen nicht. Ein Widerspruch gegen den Bescheid ist nicht zulässig; um dagegen vorzugehen, muss gleich geklagt werden. Weitere Verzögerungen sind durch dadurch vorprogrammiert.

Bessere Nachrichten kommen von den Fördergebern: zum einen bekommen wir ein sehr positives Signal betreffend einer möglichen Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die nach einer Tour durch das Anwesen einen großzügigen Zuschuss in Betracht zieht.
Zum anderen kommt überraschend die Nachricht, daß sich das Landesamt für Denkmalpflege für eine Priorisierung zur Förderung des zweiten Bauabschnittes (Scheune) stark gemacht hat, und das Verfahren eines Förderantrages aus dem Entschädigungsfond viel früher als gedacht eingeleitet werden kann. Möglicherweise können wir nun das ganze Anwesen in einem Durchgang vollständig sanieren, anstatt es auf zwei Schritte aufzuteilen. Dies würde Zeit und Geld sparen.

Ende 2023

Es dauert über vier Monate, bis das von der Stadt beauftragte Zusatzgutachten fertig ist. Das Ergebnis dann: weitere Begutachtungsmassnahmen werden empfohlen. Diese scheinen jedoch wenig zielführend, da sie mit der Streitfrage nichts zu tun haben – es soll die gegenüberliegende Strassenseite nun mitbegutachtet werden, obwohl die Anlieger dort bereits ihr Einverständnis gegebenen haben. Zudem soll die Lärmentwicklung einer nahegelegenen Schreinerei mitberücksichtigt werden, obwohl diese vor Aufnahme unseres Betriebes stillgelegt sein wird.
Wir können nicht mehr nachvollziehen, was hier alles gutachterlich abgeprüft werden soll. Die zu erwartende Dauer der weiteren Massnahmen soll drei Monate betragen. Während wir und unser Architekt, Statiker, Energieberater, Brandschutzexperte, Gastronomieberater sowie Banken und Fördergeber darauf warten, dass es endlich losgehen kann, sind wir gezwungen mitanzusehen, wie steigende Bauzinsen das Projekt unablässig verteuern. Nach heftigen Kämpfen um jede Woche Zeitersparnis werden wir aufgrund dieser Sache nun fast ein Jahr verlieren – trotz des vorliegenden positiven Schallschutzgutachtens.
Wir erinnern uns auch daran, nicht gefragt worden zu sein, als das Restaurant neben uns eine Außenbestuhlung eingeführt hat – unser Projekt wird durch das fehlende Einverständnis der Anlieger jedoch seit Monaten aufgrund genau so einer Außenbestuhlung lahmgelegt. Irgendetwas passt hier nicht.
Wir lehnen die zusätzlichen Maßnahmen ab. Die beteiligten Behörden beraten sich und kommen zu dem Schluss, dass die neuen Massnahmen durchgeführt werden sollten… zur Sicherheit. Nun müssen wir also auf das Zusatzgutachten zum Zusatzgutachten des Schallschutzgutachtens warten, obwohl bereits das erste Gutachten von der Immissionsschutzbehörde abgesegnet wurde. Wir sind von den Umständen zunehmend genervt – nach fast vier Jahren ist noch kein Ziegel verbaut. Unsere Begeisterung wird kaputtverschleppt.

Im Oktober geben wir Mitgliedern des Vereins Alt-Rothenburg eine Führung durch das Anwesen. Wir freuen uns über den freundlichen Besuch 🙂

Mitte 2023

Da von außen seit einiger Zeit keine Änderung mehr ersichtlich ist, werden wir regelmäßig gefragt, ob das Projekt noch am Laufen ist. Wir erstellen diese Website, um Interessierten einen besseren Einblick zu verschaffen.

In der Zwischenzeit wird unser neu beauftragter Energieberater tätig. Wir denken nun auch an Photovoltaik, um die Nachhaltigkeit noch zu erhöhen. Das neue Denkmalschutzgesetz, das erst im Juli in Kraft getreten ist, erleichtert den Einsatz solcher Technologien an Baudenkmälern. Es gibt ganz neue Solar-Biberschwanzziegel, die sich von echten Dachziegeln optisch kaum unterscheiden. Ob ihr Einsatz genehmigt würde, muss sich noch zeigen. Wir nehmen Kontakt mit dem Hersteller auf.

Anfang 2023

Als letzten Schritt für den Bauantrag veranlassen wir ein Brandschutzgutachten. Die Ergebnisse hieraus erfordern ein paar Änderungen im Bauplan – wir müssen zusätzliche Fluchtwege und eine Feuertreppe hinzufügen. Schön ist das nicht. Zudem verringert sich dadurch die Fläche des Innenhofes, und er wird zukünftig nicht mehr befahrbar sein. Außerdem wird es nicht möglich sein, den Innenhof wie geplant vollständig mit Glas zu überdachen, ohne dabei das gesamte Projekt in eine andere Brandschutzklasse zu bringen – dies ist aus Kostengründen unmöglich.

Zähneknischend machen wir diese verpflichtenden Änderungen. Die Baupläne sind nun fertig. Bevor der Bauantrag eingereicht werden kann, sind jedoch nochmals die Zustimmungen aller Anlieger einzuholen. In den Jahren seit dem Bau-Vorantrag haben einige der Nachbargebäude die Besitzer gewechselt. Zudem hat die Stadtverwaltung überraschend beschlossen, den Kreis der Anlieger, die Ihre Zustimmung zu dem Projekt erteilen müssen, größer zu ziehen. Dies könnte ein Problem darstellen. Mit diesem neuen Personenkreis haben wir noch nie über das Projekt gesprochen – falls jemand Einwände haben sollte, würde uns das unvorbereitet treffen und könnte weitere Änderungen der Pläne erfordern. Dies würde wieder Zeit und Geld kosten. Manche der Eigentümer von Nachbargebäuden wohnen selbst in anderen Städten, andere sind erkrankt und können sich über längere Zeit nicht mit uns treffen. Es dauert sechs Wochen und erfordert viel Fahrtzeit, bis mit allen Anliegern ein Gespräch zustande kommt.
Zum Glück hat jedoch keiner der neuen Anlieger auf der neuen Liste ein Problem mit dem Projekt – manche sind begeistert und freuen sich auf die Verschönerung ihrer Nachbarschaft. Wer wohnt schon gerne neben einer Bauruine?

Es gibt allerdings zwei Anlieger der alten Liste, die aufgrund Bedenken über eine mögliche Lärmentwicklung nicht unterschreiben möchten. Es kommt wiederholt zu Gesprächen. Wir erweitern unsere Schallschutzplanung nochmals und bieten vieles zum Ausgleich an. Alles wird abgelehnt. Da niemand von uns abschätzen kann, wieviel Lärm im Innenhof wirklich entstehen würde, einigen wir uns darauf, ein Schallprognosegutachten zu veranlassen. Beide Seiten versichern, das Ergebnis zu respektieren. Ein paar Wochen später haben wir ein Gutachten des TÜV in der Hand. Das Ergebnis ist eindeutig – trotz konservativer Berechnung bleiben wir unter den strengen Lärmrichtwerten des Wohngebietes. Die Immissionsbehörde im Landratsamt ist mit dem Gutachten zufrieden. Doch die Anlieger ignorieren das Ergebnis und verweigern dennoch weiterhin ihre Zustimmung. Es kommt zu einem Vermittlungsversuch im Rathaus, ohne Erfolg. Die Stadtverwaltung wird ein zweites Gutachten veranlassen.

Ende 2022

Im Oktober findet die Stadtratssitzung statt, in der über unsere Förderung entschieden wird. Einigen der Stadträte ist das Projekt noch vom Bau-Vorantrag bekannt, doch es hat sich Einiges verändert und diesmal geht es um viel Geld – 438.000 Euro. Wir stellen das Projekt daher zu Beginn der Sitzung im Detail vor.
Im Anschluß an unsere Präsentation kommt es zu einer Diskussion, doch einige der Stadträte sind noch nicht zu einer Entscheidung bereit. Wir hören, dass ein Antrag in dieser Höhe in Rothenburg noch nie zuvor gestellt wurde. Die Entscheidung wird auf die nächste Sitzung vertagt.

In den folgenden Wochen kommt es zu einer Führung der Stadträte durch das Anwesen. Es geht um viel, und jeder möchte sich ein genaues Bild machen. Zum zweiten Mal erscheint ein umfangreicher Zeitungsartikel, der sich mit dem Projekt befasst.

Bei der nächsten Sitzung im November sind auch wir wieder anwesend, diesmal jedoch ohne Rederecht. Uns wird vorab gesagt, dass es bei der Abstimmung sehr knapp werden wird. Es geht jetzt um alles – sollte die Förderung abgelehnt werden, ist es mit dem Projekt vorbei. Mit keinem anderen Förderprogramm kann die eskalierte Kostensituation ausgeglichen werden.
Die Sitzung gestaltet sich intensiv und beginnt mit einer leidenschaftlichen Fürsprache für das Projekt durch Hr. Weltzer, Stadtheimatpfleger und Ausschussmitglied des Vereins Alt-Rothenburg. In der darauf folgenden Diskussion werden Argumente von beiden Seiten zum Teil emotional vorgebracht. Herr Oberbürgermeister Dr. Naser erläutert den Sinn des Förderprogrammes, welcher sich mit unserem Projekt genau deckt.
Es wird lange geredet. So lange, dass es zwischenzeitlich zu einem Antrag kommt, die Diskussion aufgrund der Länge zu beenden und sofort abzustimmen. Dieser wird jedoch abgelehnt und es wird weiter diskutiert.
Jeder möchte offenbar, dass der Gasthof gerettet wird, doch nicht jeder möchte, dass sich die Stadt an den Kosten beteiligt. Am Ende kommt es zur Abstimmung. Diese ist überraschend eindeutig – eine überwältigende Mehrheit der Stadträte spricht sich für die Förderung aus. Das Projekt ist gerettet – seit über einem Jahr die erste gute Nachricht!

Die Entscheidung wird in den Medien verbreitet. Wir sind zum dritten Mal in der Zeitung und es gibt etliche Diskussionen auf Social-Media-Plattformen. Leider basieren einige Postings dort auf falschen Informationen, und nicht jeder ist mit der Entscheidung über die Förderung einverstanden. Teilweise kommt es zu regelrechter Hetze, das Wort „Korruption“ fällt. Niemand von den Personen, die sich über die Förderzusage beschweren, war bei der öffentlichen Stadtratssitzung anwesend, um sich wirklich zu informieren.
Tage später kommt es zum vierten Zeitungsartikel, in dem sich das Klimabündnis Rothenburg gegen die Förderung ausspricht. Von dieser Seite hätten wir eigentlich Unterstützung für unser nachhaltiges Projekt erwartet. Die vorgebrachten Argumente basieren auf völlig falschen Informationen und zeugen davon, dass großer Aufklärungsbedarf besteht. Wir nehmen Kontakt mit dem Klimabündnis auf und versuchen, eine konstruktive Diskussion ausserhalb der Medien einzuleiten. Leider ist die Antwort des Bündnisses enttäuschend und enthält keinen Bezug zum eigentlichen Projekt. Wir müssen akzeptieren, dass unsere guten Absichten zur Rettung des Gasthofes nicht von allen geteilt werden, und beschließen, uns in Zukunft von den Social-Media-Diskussionen fernzuhalten.

Mitte 2022

Die Kostensituation wird immer dramatischer und die Bauzinsen haben sich innerhalb von neun Monaten fast vervierfacht. Im August findet ein Treffen mit Vertretern der Regierung von Mittelfranken und dem Denkmalamt im Rathaus statt. Es geht um Fördermittel und um Strategien, diese zu maximieren. Wir haben das Gefühl, dass alle Beteiligten das Projekt zum Erfolg führen wollen. Verschiedene Förderprogramme stehen zur Diskussion. Als maßgeblich kristallisiert sich das Programm der Städtbauförderung heraus. Sollte es zu einer Förderung im Rahmen dieses Programmes kommen, so könnte das Projekt damit gerettet werden – allerdings wäre ein Teil der Förderung von der Stadt zu tragen, und dies bedarf der Zustimmung des Stadtrates. Es bleibt ungewiss.

Wir beschließen, den Bau in zwei Abschnitte aufzuteilen, um Kosten und eventuelle Förderungen besser zu verteilen. Allerdings wird der Bau dadurch auch länger dauern. Nach all den bisherigen Verzögerungen ist dies zwar nicht wirklich das, was wir wollen, aber es ist der sicherste Weg zum Erfolg.
In der ersten Bauphase werden wir uns der Sanierung des Hauptgebäudes, Laubenganges, Innenhofes und Kellers annehmen. Damit kann das Hotel nach Abschluß dieses Bauabschnittes bereits voll in Betrieb genommen werden.
Im zweiten Bauabschnitt geht es dann um die Scheune und das Grundstück.

Die Baupläne werden mehr und mehr verfeinert. Die Planung der Restaurantküche steht ebenfalls zum größten Teil. Der Plan ist insgesamt sehr, sehr gut – wenn er sich finanzieren läßt.

Anfang 2022

Eine Zäsur ist fällig. Der gerade begonnene Krieg in der Ukraine treibt die Baukosten nochmals nach oben. Die bisherigen Planungen von Sanierung, Einrichtung und Hotelbetrieb lassen sich in dieser veränderten Situation nicht mehr aufrechterhalten. Alles ist innerhalb kurzer Zeit so viel teurer geworden, dass Kosten und Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen. Ans Aufgeben denken wir keine Sekunde – Umdenken und Anpassen.

Um die Kostensituation unter Kontrolle zu bekommen, sind Fördermittel nun wichtiger denn je. Wir beginnen mit der Ausarbeitung entsprechender Anträge.
Zudem nehmen wir Änderungen an der Planung des entstehenden Betriebes vor, um die nun zu erwartenden höheren Darlehenszinsen auszugleichen. Den Luxus eines „Tagescafes“, bei dem die Räumlichkeiten während des in der Gastronomie lukrativen Abendgeschäftes ungenutzt bleiben, können wir uns nun nicht mehr leisten. Mit Hilfe des Büros Zirkelbach stellen wir den Plan auf ein richtiges Restaurant um, mit Angebot von Abendessen.
Auch wäre es äußerst wichtig, eine Genehmigung für ein weiteres Hotelzimmer im Dachgeschoß zu bekommen. Dieser eine Punkt wurde im Bau-Vorantrag zwar nicht genehmigt – wir werden es aufgrund der veränderten Situation jedoch nochmals vorbringen.

Andere Projekte, an denen wir während der Wartezeiten parallel gearbeitet haben, stehen nun hinten an. Dies betrifft vor allem ein Projekt in der Klingengasse 14. Dadurch freiwerdende Mittel werden in die Klingengasse 23 umgeleitet.

Trotz der Kostensituation wollen wir das Projekt weiterhin richtig durchführen. Kompromisse bei der Bauqualität oder im Denkmalschutz kommen für uns nicht in Frage. Weiterhin möchten wir den Betrieb auch nachhaltig gestalten. Wir beginnen daher mit der Planung der Geothermieanlage. Auf unseren Antrag hin erhalten wir vom Wasseramt in Ansbach die Genehmigung zur Durchführung einer Probebohrung.

Parallel führen wir Nachforschungen durch, um mehr über die Geschichte des Anwesens zu erfahren. Nacht für Nacht lesen wir stundenlang Rothenburger Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert, die eingescannt auf bavarikon.de im Internet einsehbar sind. Wiederholt besuchen wir das Stadtarchiv. Es ist unheimlich spannend.

Ende 2021

Im Oktober ist es soweit. Die Entscheidungsträger von Stadt und Denkmalbehörde treffen sich mit uns vor Ort in der Klingengasse 23 und sehen sich die Ergebnisse der Voruntersuchungen an. Die Schäden an der Statik sind signifikant. Die Kosten werden sich dadurch trotz des von vorneherein pessimistischen Planungsansatzes nochmals merklich erhöhen. Zudem sind die Baukosten aufgrund von Corona und des damit verbundenen Materialmangels sehr stark angestiegen. Zu allem Übel entwickeln sich auch die Bauzinsen ungünstig – es läuft im Moment leider alles gegen uns.

Mitte 2021

Alles geht für unseren Geschmack viel zu langsam voran. Mitte des Jahres ist der Restaurator fertig und die statische Untersuchung beginnt. Die Ergebnisse hieraus liegen zwar diesmal relativ schnell vor, doch bis wir einen Termin mit dem Landesamt für Denkmalpflege vor Ort bekommen können, um die Ergebnisse zu präsentieren und das weitere Vorgehen abzustimmen, vergeht noch viel Zeit. Da das Amt aufgrund der Pandemie seine Objektbegehungen zeitweise komplett eingestellt hatte, ist die Warteliste länger als üblich. Ohne Absprache mit dem Denkmalamt können wir nicht ernsthaft mit der Bauplanung beginnen, da wir nicht wissen, welche Gebäudeteile erhalten bleiben müssen.

Im Sommer arbeiten wir wieder am hinteren Grundstück. Wieder werden containerweise Wurzeln und Grünmaterial fortgeschafft, doch die Natur ist unerbittlich. Man kann fast dabei zusehen, wie das Unkraut sofort wieder nachwächst. Naja, das wird schon werden, und die guten Wachstumsbedingungen lassen Gutes für den geplanten Garten erahnen. Wir beginnen jetzt damit, die fertigen Bereiche mit einer Unkrautplane abzudecken, um ein weiteres Nachwachsen zu verhindern.

Anfang 2021

Die Vorarbeiten sind im Gange, allerdings verzögert auch hier Corona und die allgemeine Knappheit von Handwerkern des Geschehen. Anfang des Jahres liegen die Aufmaßdaten vor, und im März beginnt der Restaurator seine Forschungsarbeit.

Im April nehmen wir uns der Räumung des Innenhofes an. Hier finden sich Berge von Bauschutt und steiniger Erde. Auf einem Schutthügel wächst ein hoher Baum – wie wir anhand der Jahresringe später feststellen, wohl schon seit 15 Jahren. Da alles vollsteht, ist für Maschinen kein Platz. Die Arbeit muss daher von Hand beginnen. Zuerst lassen wir den Baum von einem Fachmann fällen – zu dieser Jahreszeit ist hierfür eine Sondergenehmigung des Landratsamtes erforderlich. In mühsamer Handarbeit schaufeln wir dann tagelang zu viert tonnenweise Steine und Schutt. Am Ende lassen wir fünf große Baucontainer mit Schutt abtransportieren. Nun gibt es genug Platz, dass Kleinfahrzeuge in den Innenhof einfahren können, um die nächsten Schritte durchzuführen.
Im Hof befindet sich nämlich ein Heizungshäuschen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts – dieses Ding muss weg. Zuerst lassen wir die alten Ölfässer darin von einer Spezial-Entsorgungsfirma abtransportieren; dann beauftragen wir eine Baufirma, das Häuschen abzureissen. Das Abrißfahrzeug kommt gerade mal so durch das Tor hinein, es ist nur ein Zentimeter Platz nach oben. Zwei Tage später ist das Häuschen und der Schutt weg. Es sieht nun völlig anders aus dort.

Zum Vorschein kommt nun auch der alte Fettabscheider des früheren Restaurants, der sich unter dem Innenhof befindet. Wir lassen ihn durch eine Fachfirma reinigen und prüfen. Eigentlich wäre er noch einsetzbar, doch das Volumen wird für unsere Zwecke nicht ausreichen. Wir planen, ihn später durch einen neuen zu ersetzen.

Ende 2020

Das Anwesen ist nun endlich komplett leergeräumt und der Rückbau der modernen Verkleidungen abgeschlossen. Wir können mit der Bauforschung beginnen. Diese umfasst eine genaue Vermessung aller Gebäude, eine baugeschichtliche (dendrochronologische) Untersuchung sowie ein statisches Gutachten. Ohne die Daten der Vermessung kann mit den anderen Vorarbeiten nicht begonnen werden; allerdings vergehen noch mehrere Wochen, bis wir einen Termin mit dem Vermessungsbüro bekommen. Wir nutzen die Zeit, um das Cafe durchzuplanen.

Mitte 2020

Die Corona-Lage spitzt sich zu und die Ausräumarbeiten kommen immer langsamer voran. Zeitweise tut sich wochenlang gar nichts. Die Unsicherheit ist einfach zu groß – niemand weiß wirklich, wie mit der Situation umgegangen werden soll, zudem gibt es Kontaktverbote. Am Ende wird das Freiräumen des Anwesens und der Rückbau der modernen Verkleidungen etliche Monate gedauert haben.

Im April findet auch die Stadtratssitzung statt, die sich mit unserem Bau-Vorantrag befasst. Bei dem Antrag geht es darum herauszufinden, ob die Genehmigung zur Wiedereröffnung des Gasthofes grundsätzlich erteilt werden würde. Ohne zu wissen, ob diese Wiedereröffnung später überhaupt genehmigungsfähig wäre, lassen sich die hohen Kosten einer genaueren Bauplanung nicht rechtfertigen. Der Antrag wird genehmigt, wir können also weitermachen. Unser Projekt erscheint zum ersten Mal in der Zeitung, eine halbe Seite ist ihm dort gewidmet.

Auch wenn Corona unserem laufenden Gästehausbetrieb noch über viele Monate mit einer Flut von Stornierungen, Lockdowns und anderer Einschränkungen einen Dämpfer verpassen wird, so haben wir inzwischen trotzdem Erfahrung im Beherbergungsgewerbe gesammelt. Das Einrichten und Betreiben eines Cafes ist jedoch Neuland für uns. Im Mai beginnen wir daher damit, mit einem Gastronomieberater zusammenzuarbeiten, dem Büro Zirkelbach aus Würzburg.

Den Sommer nutzen wir auch, um mit der Nutzbarmachung des knapp 500 qm großen Grundstückes hinter der Scheune zu beginnen. Es ist vollkommen mit Dornensträuchern überwuchert und mit großen Baumstümpfen übersät. Der einzige Zugang zum Grundstück ist ein sehr enger Torbogen in der Scheune; Maschinen lassen sich dort nicht durchbringen. Zudem finden wir aufgrund Corona ohnehin keine Firma, die diese Arbeiten im Moment erledigen würde. Wir machen es also selbst, von Hand. Manche der Baumwurzeln benötigen mehr als einen ganzen Tag, um ausgegraben zu werden. Am Ende zählen wir über 40 Stück. Auch unzählige Steine werden entfernt und der wuchernde Giersch stark dezimiert. Es sieht schon viel besser aus dort. Dann beginnt jedoch der Herbst, es regnet oft, und wir stellen die Arbeiten für dieses Jahr ein. Das Grundstück wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen, aber dieser Teil eilt nicht.

Anfang 2020

Nur zwei Wochen nach dem Kauf verändert sich plötzlich die Welt: Corona schlägt zu.

Noch ahnt niemand, wie sich die Lage mit dieser neuen Krankheit entwickeln wird, und wie so viele gehen auch wir davon aus, dass sich in ein paar Wochen alles wieder beruhigt haben wird. Wir machen erst einmal weiter wie geplant und stoßen bei unserer Suche nach einem passenden Architekten auf das Büro Staib aus Sommerhausen, das sich auf Denkmalsanierungen spezialisiert hat. Auch in Rothenburg war dieses Büro bereits bei der Sanierung der Rathauskuppel tätig. Es kommt zu einem Treffen vor Ort und schnell wird klar, dass Herr Staib der richtige Mann für dieses Projekt ist.

Ende 2019

Wir suchen im näheren Umkreis nach einem Gebäude, mit dem wir unseren Gästehausbetrieb erweitern können. Geplant sind weitere Zimmer sowie ein Tagescafe, das auch als Frühstücksraum genutzt werden kann. In dieser Zeit kommt der Gasthof in der Klingengasse 23 auf den Markt. Das Anwesen ist zwar in einem bemitleidenswerten Zustand, aber mit der richtigen Vision lässt sich erkennen, welches Potenzial hier drinsteckt. Als ehemaliger Gasthof sind Größe und Raumaufteilung für unser Vorhaben ideal – im Erdgeschoß, in dem sich früher ein Restaurant befand, ist Platz für das geplante Tagescafe. In den oberen Stockwerken könnten wieder Gästezimmer entstehen. Dies ist genau, wonach wir gesucht hatten. Das Beste ist jedoch die Lage – so nahe an unserem bestehenden Betrieb hätten wir nicht damit gerechnet, etwas Passendes zu finden.
Uns gefällt auch sehr, dass das Anwesen eine interessante, lange Geschichte zu haben scheint. Genaueres darüber finden wir jedoch erst im Laufe der der Zeit heraus.

Wir beauftragen einen Bauingenieur damit, das Anwesen zu inspizieren, um uns vor bösen Überraschungen zu schützen. Allerdings ist das Resultat nicht eindeutig – zu vollgestellt sind die Räume mit Müll und alten, kaputten Möbeln, man kommt fast nirgendwo richtig hin. Zudem haben die Voreigentümer etliche Renovierungsversuche vorgenommen, offenbar in Eigenbau, und die dabei verbauten, moderneren Verkleidungen verdecken zuviel, als dass man erkennen könnte, ob es dahinter vielleicht noch Schäden gibt. Um sich Klarheit zu verschaffen, müsste man erst Monate an Arbeit investieren um alles freizuräumen – allerdings gehört uns das Anwesen ja noch gar nicht. Auf jeden Fall besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass erhebliche Schäden bisher unerkannt geblieben sind.
Von dem, was sich erkennen läßt, können jedoch Schlüsse gezogen werden. Allein die offensichtlichen Schäden sind so gravierend, dass damit gerechnet werden muss, dass das gesamte Anwesen komplett kernsaniert werden muss. Wir planen von Anfang an das Worst-Case Szenario, daher kann es später kaum noch böse Überraschungen geben. Wir fangen an zu rechnen und informieren uns über die zu erwartenden Kosten für so ein großes Vorhaben.

Vorteilhaft sind die zu dieser Zeit extrem günstigen Bauzinsen. Bei Darlehenszinssätzen von unterhalb 1% ist das Risiko einer Investition erheblich reduziert. Auch würden wir nicht bei Null anfangen: einige Monate zuvor gab es bereits ähnliche Pläne für das Anwesen, und die entsprechende Interessentin hatte bereits mit einem Architekten vorgearbeitet. Wir beschaffen uns Zugang zu den vorhandenen Unterlagen und Planungen. Aus diesen können wir schließen, dass die Wiedereröffnung des Gasthofes vom Stadtrat mit hoher Wahrscheinlichkeit genehmigt werden würde – dies ist in einem allgemeinen Wohngebiet nicht selbstverständlich.

Inzwischen haben wir den Entwurf eines Businessplanes erarbeitet und erste Gespräche mit Banken geführt. Auch mit den Anliegern, die dem Vorhaben zustimmen müssten, sprechen wir. Zwei von ihnen haben Bedenken aufgrund einer möglichen Lärmentwicklung, doch es findet sich eine Einigung und alle Nachbarn geben schließlich ihre Zustimmung zu dem Unternehmen.
Ein unüberwindliches Hindernis läßt sich nicht erkennen. Große Risiken verbleiben zwar, doch ohne weitere Informationen, die sich erst nach dem Freiräumen des Anwesens und ausführlichen Voruntersuchungen erhalten ließen, können diese nicht weiter eingegrenzt werden.

Wir beschließen, uns dieses Projektes anzunehmen und führen den Kauf durch. Unternehmerisches Risiko. Motiviert beauftragen wir eine professionelle Entrümpelungsfirma damit, die Gebäude freizuräumen.

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